Webling führt jede Buchhaltung in einer einzigen Währung, die stets der Währung entspricht, die du in «Administration» → «Einstellungen» → «Land & Währung» festlegst. Ein Konto kennt keine Währung, und eine Buchung hat nur einen Betrag – ohne Währungsangabe und ohne Kurs. Trotzdem kannst du eine Kasse oder ein Bankkonto in einer zweiten Währung führen. Hier erfährst du, wie du dies lösen kannst.
Warum ist das wichtig
Sobald du Geld in einer zweiten Währung hältst, ziehen zwei Anforderungen in verschiedene Richtungen:
- Die Revision zählt das Bargeld und will genau diesen Betrag als Saldo sehen.
- Deine Buchhaltung läuft in einer anderen Währung und benötigt dort einen währungskonformen Gegenwert.
Rechnest du die Kasse jedes Mal um, stimmt der Saldo nicht mehr mit dem Bargeld überein. Genau das ist heikel: Der rechnerische Kassenbestand muss sich jederzeit mit dem tatsächlichen Bargeldbestand abgleichen lassen. Fehlt diese sogenannte Kassensturzfähigkeit, gilt die Kassenführung als mangelhaft. Hamburger Software
Mit einem zusätzlichen Korrekturkonto löst du beides gleichzeitig: Die Kasse zeigt den echten Bestand, das Korrekturkonto trägt die Bewertung.
Das ist keine steuerrechtliche Auskunft, sondern eine Methode aus der Praxis. Kläre kritische Fälle mit deiner Treuhandstelle oder deinem Steuerberater.
Wofür kannst du das nutzen
- Du führst eine Barkasse in einer anderen Währung, etwa für einen Anlass im Nachbarland.
- Du hast ein Bankkonto in einer anderen Währung. Das funktioniert gleich wie die Kasse.
- Du wechselst Geld bei der Bank und musst den Kursgewinn oder Kursverlust erfassen.
Das Beispiel
Ein Verein führt seine Buchhaltung in EUR. Für einen Anlass in der Schweiz hält er eine Barkasse mit CHF 100. Zum Kurs des Beispiels entsprechen diese CHF 100 einem Wert von EUR 105.
So gehst du vor
- Konto für die Kurskorrektur eröffnen. Lege im Kontenplan ein Aktivkonto direkt neben der Kasse an, zum Beispiel «Kurskorrektur Barkasse CHF». Webling kennt kein eigenes Feld für die Kontonummer. Wenn du mit Nummern arbeitest, stellst du sie einfach der Bezeichnung voran: «16300 Kurskorrektur Barkasse CHF». Passende freie Nummern findest du in der Tabelle unten.
- Konto für die Kursdifferenzen festlegen. Je nach Kontenrahmen gibt es dafür ein eigenes Konto oder nicht. Auch das steht in der Tabelle unten.
- Die Kasse in der Originalwährung führen. Buche alle Einnahmen und Ausgaben mit dem CHF-Betrag auf «Barkasse CHF» → Der Saldo entspricht damit immer dem Bargeld in der CHF-Nebenkasse.
- Beim Wechseln die Differenz buchen. Du tauschst CHF 100 bei der Bank um und erhältst EUR 105. Dazu benötigst du zwei Buchungen: «Barkasse EUR» an «Barkasse CHF» mit 105, danach «Barkasse CHF» an das Kursdifferenzkonto mit 5. Die Barkasse CHF steht danach auf null, die Barkasse EUR auf 105.
- Am Periodenende bewerten. Bleibt Geld in der Kasse, legst du einen Umrechnungskurs fest und dokumentierst ihn mit Quelle und Datum. Den Unterschied buchst du auf «Kurskorrektur Barkasse CHF» gegen das Kursdifferenzkonto. Barkasse CHF mit 100 und Kurskorrektur mit 5 ergeben zusammen den Gegenwert von EUR 105.
Welche Konten nimmst du?
Nachstehende Angaben sind lediglich als Vorschlag zu verstehen:
| Kontenrahmen | Kasse | Freie Nummer für die Kurskorrektur | Kursgewinn | Kursverlust |
|---|---|---|---|---|
| SKR 42 | 16000 Kasse, 16100/16200 Nebenkasse | 16300 bis 16900 sind frei | 48400 Erträge aus der Währungsumrechnung | 68800 Aufwendungen aus Währungsumrechnungen |
| SKR 49 | 0920 Kasse, 0925 Hauptkasse, 0930/0935 Nebenkasse | 0936 bis 0939 sind frei | kein eigenes Konto, nimm 2400 Sonstige Einnahmen ideeller Bereich | kein eigenes Konto, nimm 2900 Sonstige Kosten |
| DSB | 1000 Hauptkasse, 1001 bis 1003 Kasse, Abteilung 1 bis 3 | ab 1004 frei | 3900 Sonstige Einnahmen | kein eigenes Konto, nimm 4830 Allgemeine Verwaltungskosten |
| KMU | 1000 Bar / Kasse | 1001 bis 1019 sind frei | 6950 Finanzertrag | 6900 Finanzaufwand |
Nur der SKR 42 hat eigene Konten für Währungsdifferenzen. Bei den anderen drei Kontenrahmen legst du am besten ein eigenes Unterkonto an, zum Beispiel «Sonstige Erträge auf Wechselkursdifferenzen». So siehst du auf einen Blick, woher der Betrag kommt.
Was passiert in der nächsten Periode?
Die Kurskorrektur ist keine Buchung, die du einmal machst und dann vergisst. Solange Geld in der Kasse liegt, bewertest du an jedem Stichtag neu.
Wichtig: Du buchst immer nur die Veränderung, nie den ganzen neuen Wert. Nehmen wir an, der Bestand bleibt unverändert bei CHF 100 und das Korrekturkonto steht auf 5.
- Der Kurs steigt. Am Ende der nächsten Periode entsprechen die CHF 100 einem Wert von EUR 109. Das Korrekturkonto muss also 9 zeigen, steht aber auf 5. Du buchst «Kurskorrektur Barkasse CHF» an das Kursgewinnkonto mit 4.
- Der Kurs sinkt. Die CHF 100 entsprechen nur noch EUR 102. Das Korrekturkonto muss 2 zeigen, steht aber auf 5. Du buchst das Kursverlustkonto an «Kurskorrektur Barkasse CHF» mit 3.
Sobald du das Geld wechselst oder die Kasse auflöst, stellst du das Korrekturkonto auf null. Den Restsaldo buchst du gegen das Kursdifferenzkonto, wie in Schritt 4.
Was nicht geht
- Webling rechnet keine Beträge um. Es gibt kein Kursfeld und kein Feld für eine zweite Währung. Ein Betrag ist einfach eine Zahl.
- Ein Konto kann nicht zwei Währungen gleichzeitig führen.
- Die Währung stellst du unter «Administration» → «Einstellungen» → «Land & Währung» ein. Zur Auswahl stehen CHF und EUR. Diese Einstellung gilt für den ganzen Webling-Account, nicht pro Konto.
- Die Kursdifferenzen entstehen nicht von selbst. Du erfasst sie als normale Buchung.
Warum du den Kurs dokumentieren musst
Für die Bewertung am Stichtag gibt es klare Regeln. Sie hängen davon ab, wo dein Verein sitzt.
Deutschland: Der Jahresabschluss ist in Euro aufzustellen (§ 244 HGB). Posten in fremder Währung rechnest du zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag um. Bei einer Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger sind § 253 Abs. 1 Satz 1 und § 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 nicht anzuwenden. Bargeld ist kurzfristig. Deshalb darfst du einen Kursgewinn erfassen, auch wenn du ihn noch nicht realisiert hast – genau das macht die Buchung von 4 im Beispiel oben. Der SKR 42 hat für diesen Fall eigene Konten, weil Erträge und Aufwendungen aus der Währungsumrechnung gesondert auszuweisen sind. Welt der BWLdejure.org
Schweiz: Führst du die Rechnungslegung nicht in Landeswährung, müssen die Werte zusätzlich in der Landeswährung angegeben werden, und die verwendeten Umrechnungskurse sind im Anhang offenzulegen. Üblich sind dabei Stichtagskurse für Bilanzpositionen und Durchschnittskurse für Erfolgspositionen. Vereine ohne Pflicht zum Handelsregistereintrag dürfen sich auf eine Einnahmen- und Ausgabenrechnung beschränken. Art. 958d IV. Darstellung, Währung und Sprache - I. Purpose of the balance sheet, duty to prepare a balance sheet and balance sheet eligibility +2
Für die Kasse selbst (Deutschland, ähnlich jedoch für jedes Kassenbuch): Kasseneinnahmen und Kassenausgaben hältst du täglich fest (§ 146 Abs. 1 Satz 2 AO). Im Kassenbuch erfasst du jede Einnahme und Ausgabe mit Betrag und Währung. Genau darum führst du die Kasse in Schritt 3 in der Originalwährung: Nur so bleibt sie zählbar. Welt der BWLdejure.org
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